Sa., 26. Nov.

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Headcrash

Kind Kaputt

Kind Kaputt

Zeit & Ort

26. Nov., 19:00

Headcrash, Hamburger Berg 13, 20359 Hamburg, Deutschland

Infos

Sind Kind Kaputt gerade aus einem Alptraum erwacht oder ist es schlicht das reale

Leben selbst, das sortiert werden muss? In ihren neuen Songs räumt die Band aus

Leipzig mit der Destruktivität auf und hat den Mut zum pointierten Fingerzeig. Ein

Schritt, mit dem das Quartett nicht nur thematisch eine neue Deutlichkeit gewinnt,

sondern im Herausschlagen aus dem Dickicht des Lebens auch einen ganz neuen

Sound findet. Analog zur geradlinigeren Lyrik klingt der neue Kind-Kaputt-Sound

geradezu schnörkellos und gleichzeitig eigenständiger denn je. Musik, die die

Lasten des Alltags nicht auslöschen kann, aber dir die Hand reicht, wenn es

aussichtslos erscheint.

Das 2019 veröffentlichte Kind-Kaputt-Debütalbum „Zerfall“ war ein bildgewaltiger

Monolith, dessen Titel allein schon seine destruktive Ader unterstreicht. In zwölf

konzeptuell zusammenhängenden Songs formulierte die Band um Sänger

Johannes Prautzsch, Drummer Mathis Kerscher, Gitarrist Konstantin Cajkin und

Videograph Fabian Willi Simon die Geschichte einer ganzen Generation, die nach

Halt suchte. Wie aber macht man nach einer Platte weiter, die die Sorgen einer

fragilen Lebensrealität zwar zielsicher auf den Punkt brachte, aber kaum nach

Auswegen suchte?

Kind Kaputt klingen vielleicht auch durch die Nachwirkungen einer massiven Platte

wie „Zerfall“ auf ihren neuen Songs so, als hätten sie sich noch einmal ganz neu

entdeckt. Denn plötzlich meint man, in den Songs wieder etwas Kontur im

Weltschmerz zu finden. Kind Kaputt haben ihren Sound radikal aufgeräumt und

dabei das Kunststück vollbracht, trotzdem nicht in Banalitäten abzudriften. Die

gigantischen Soundwände weichen strukturierten, nach vorne weisenden

Alternative-Melodien, die durch ihre einnehmende Melodik umso mitreißender

wirken.

Es spricht für die Weitsicht von Kind Kaputt, dass ihre neuen Songs trotz ihrer

herausdestillierten Schärfe nicht den Blick fürs Wesentliche verlieren. Denn

natürlich ist die Welt auch nach dem „Zerfall“ nicht plötzlich in Ordnung, vielleicht

ist sie sogar schlimmer denn je. Aber womöglich wirkt kluge Reflektion manchmal

stärker als Selbstzerstörung. Diese Musik braucht es gerade – besonders dann,

wenn die Realität um sie herum noch so viel ruheloser erscheint.

2022 darf man nicht nur musikalisch noch einiges von der Band erwarten, sondern

kann sich auf der „Morgen ist auch noch kein Tag“ Tour live mitreißen lassen.

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